9. Februar 2010

Geschichten vom Olivenöl (2)

Kategorie: Gastbeitrag, Kulinarisches — nlohe @ 23:49
Küche & Kultur haben überall Freunde und animieren zum Erzählen - so hatte ich ja ein paar Beiträge von einem alten Bekannten & Freund, Alfonso Barbera, angekündigt zu Thema Olivenöl (siehe auch Olioteca Italia).
Den ersten Beitrag “Der Olivenbaum” findet Ihr hier im Blog.
Heute erzählt Alfonso Barbera weiter in Sachen Olivenöl
- zuerst in Deutsch - e dopo in italiano:
Die Olive
“Guten Tag Euch allen, darf ich mich vorstellen: Ich bin niemand Geringeres als die Olive. Meine Mutter ist die älteste Pflanze, der älteste Baum der Welt: Der Olivenbaum. Ich bin geboren im Mittelmeerraum.
L'Olive
Und um Mißverständnisse zu vermeiden, sollten wir umgehend erst einmal folgendes klarstellen: Ich bin sehr launisch - wie eine schöne Frau, eine Diva, eine Primaballerina. Das heißt, ich stelle viele Forderungen. Aber Schuld daran seid ihr selbst, denn ihr wollt von mir ja ein gutes Olivenöl haben. Nun denn, lest nun hier, was ich verlange:

1) Ich will geerntet werden, wenn ich noch unreif bin! Wenn ich unreif bin? Ja, ihr habt richtig verstanden, unreif! Ich müßt mich genau dann vom Baum pflücken, wenn meine Farbe gerade vom Grünen ins Braune wechselt, denn ihr müßt wissen, dass sich hier die Natur an einem Spielchen vergnügt: Je unreifer ich bin, desto niedriger wird der Säuregehalt des Olivenöls sein. Und je niedriger der Säuregehalt des Olivenöls, desto höher ist der Gehalt einfach ungesättigter Fettsäuren in meinem Olivenöl. Diese pflanzlichen und eben nicht tierischen Fette sind sehr wichtig für Eure Gesundheit, da sie gegen viele schreckliche Krankheiten vorbeugen. Bei nächster Gelegenheit erzähle ich Euch mehr darüber. behaltet bis jetzt erst einmal im Gedächstnis, dass dies die wichtigste Eigenschaft des Olivenöls ist, von der auch Geschmack und Qualität abhängen.

2) Weiterhin beachtet gut: Wenn ihr mich erntet, will ich auf keinen Fall auf den Boden fallen, weil ich sonst Quetschungen erleide und diese Druckstellen, abgesehen davon dass sie mir nicht gut tun, meine Haut ruinieren und ich dann seltsamerweise anfange, auf unnatürliche Weise zu reifen. Und dann wird das Olivenöl nicht gut. Capito, verstanden? Also müßt ihr mich per Hand ernten. Ja, ich weiß, dass ist sehr teuer, ich kann aber leider nichts dagegen tun. Wenn ihr aber partout Kosten sparen wollt, bringe ich Euch einen Trick bei: Hängt einfach von einem Olivenbaum zum anderen Netze auf, so dass ich, wenn ich vom Baum falle, nicht den Boden berühre.

3) Nachdem ihr mich dann geerntet habt, muß ich die Ölmühle unbedingt innerhalb der folgenden 12, maximal 24 Stunden erreichen, andernfalls beginne ich wieder zu reifen, ebenfalls wieder auf unnatürliche Art und Weise - und das Olivenöl wird schlecht. Daher, organisiert Euch bitte entsprechend dieser, meiner Anforderung! Und übrigens, sobald ich in der Ölmühle ankomme, will ich ein schönes Bad nehmen, ich bin nämlich voller Staub und Staub vertrage ich überhaupt nicht.

4) Weiterhin: Ich hasse Säcke! Das heißt, wenn ich mich in die Ölmühle bringt, erwarte ich für den Transport schöne Holzkisten, an den Seiten geöffnet, damit die Luft zirkulieren kann. Zusammengedrängt in Säcken riskiere ich zu ersticken, die Temperatur würde steigen und ich würde wiederum anfangen zu reifen. Ihr wißt ja schon, dass so etwas nicht passieren darf, da sonst das Olivenöl miserabel wird.

Wir Oliven sind zudem nicht alle gleich. In Italien gibt es uns in 500 Arten, jede mit eigenem Namen. Aber nur circa 30 Sorten von uns eignen sich für ein gutes Olivenöl. Die anderen sind nur gut zum Verzehr.

Nun denn, ich hatte Euch angekündigt, dass ich launisch bin! In Italien sagen wir: “ora datevi una regolata”, das heißt soviel wie “paßt Euch entsprechend an” ;) – für heute jedoch genug!

Das nächste Mal könnt ihr dann erfahren, was mit mir in der Ölmühle geschieht.

______________________________________________________________

e adesso in  italiano:

L’Oliva

Buon giorno a voi tutti. Mi presento.Io sono niente di meno che l’ Oliva.

Mia madre e’ la pianta piu’ vecchia del mondo: l’Albero di Ulivo. Sono nata nel Mediterraneo.

Per evitare malintesi e’ meglio chiarirci subito le idee:

sono capricciosa  come una bella donna, una diva, una prima ballerina.

Quindi  avanzo molte pretese. La colpa e’ solamente vostra perche’  voi pretendete  da me un buon Olio di Oliva. Allora, ecco  cosa  io pretendo:

1. voglio essere raccolta quando sono ancora acerba. Acerba? Si avete capito proprio bene, acerba. Mi dovete raccogliere dall’albero esattamente quando il mio colore da  verde comincia a   diventare marrone. Dovete sapere che la natura si diverte con questo giochetto: piu’ sono acerba, piu’ basso sara’ il  gado di acidita’ (Säuregehalt) dell’Olio di Oliva, piu’ basso e’ il grado di acidita’ dell’Olio di Oliva  maggiore sara’ il contenuto nell’Olio di Oliva di acidi grassi monoinsaturi ( einfach ungesättigten Fettsäuren). Questi grassi, non animali, ma vegetali, sono importantissimi per la vostra salute perche’ prevengono tante terribili malattie. In una delle prossime occasioni vi diro’ molto di piu’ su questo punto. Tenete per ora bene a mente che questo e’ il requisito piu’ importante dell’Olio di Oliva, da cui dipende gusto e qualita’;

2. badate bene:  quando mi raccogliete non voglio assolutamente cadere al suolo perche’ altrimenti mi ammacco e l’ammaccatura , oltre a farmi male, mi rovina la pelle e poi inizio stranamente a maturare in modo innaturale. Quindi l’Olio di Oliva non sara’ affatto buono. Capito? Allora dovete raccogliermi a mano. Lo so che e’ molto caro, ma non posso farci niente. Se proprio volete risparmiare costi allora vi insegno un trucco: stendete delle reti tra un albero e l’ altro in modo che io non tocchi il suolo cadendo dall’albero;

3. dopo avermi raccolta devo assolutamente raggiungere il frantoio entro 12 ore, al massimo 24. Altrimenti inizio a maturare, anche in modo innaturale. L’Olio di Oliva sara’ cattivo. Quindi, organizzatevi a dovere. A proposito, appena arrivo al frantoio voglio fare un bel bagno. Saro’ impolverata e la polvere non la sopporto per niente;

4. odio i sacchi. Quindi , quando mi portate al frantoio, pretendo delle belle cassette di legno aperte sui lati, per far circolare l’aria. Pigiata nei sacchi rischierei di soffocare, la temperatura salirebbe e inizierei a maturare. Gia’ lo sapete  che questo non deve succedere, altrimenti l’Olio sara’  miserabile.

Noi Olive non siamo tutte uguali. In Italia siamo in 500 varieta’, ognuna con il suo nome. Ma solamente una trentina di noi siamo  adatte per un buon olio. Le altre sono  buone solo da  masticare.

Lo avevo detto che sono capricciosa.In Italia noi diciamo: “ora datevi una regolata”. Per oggi basta cosi’.

La prossima volta potrete apprendere cosa succede di me nel frantoio.

2 Kommentare »

  1. [...] Italia). Die vorangegangenen Beiträge findet Ihr hier 1) “Der Olivenbaum“ 2) “Die Olive” Heute erzählt Alfonso Barbera weiter in Sachen Olivenöl - zuerst in Deutsch - e dopo in [...]

    Pingback von Cucina & Cultura - die schönen Dinge des Lebens » Geschichten vom Olivenöl (3.1) — 16. März 2010 @ 22:02

  2. [...] auch Olioteca Italia). Die vorangegangenen Beiträge findet Ihr hier 1) “Der Olivenbaum“ 2) “Die Olive” 3) Das Olivenöl, die erste 4) Olivenöl, die zweite Heute erzählt Alfonso Barbera weiter in [...]

    Pingback von Cucina & Cultura - die schönen Dinge des Lebens » Geschichten vom Olivenöl (3.3) — 23. Juni 2010 @ 15:20

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. | TrackBack URI

Einen Kommentar schreiben

XHTML ( You can use these tags):
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> .