6. Januar 2010

Wortgeschichten, die zweite

Kategorie: Sprache — nlohe @ 00:21

Nun, frisch im neuen Jahr angekommen, startet auch wieder der ganz normale Wahnsinn, äh Alltag im Büro. Und als ich so überlegte, was ich denn dazu sagen könnte, fiel mir gleich beim heutigen Tun ein Begriff in die Hände, über den ich schon immer mal etwas sagen wollte: nämlich „Agenda“. Naja, und damit sind wir bei dem Punkt Wortgeschichten, die zweite…..oder auch kleine Erzählungen rund um die lateinische Sprache im heutigen Leben – und warum dabei nicht mal einen Blick in unsere Bürosprache werfen:

Agenda:
Uns Büroarbeitern als fast täglicher Begriff ein Begriff, anderen auch bekannt aus der Politik mit der Agenda 2010. Man hat eigentlich ein ganz klares Verständnis davon, was „Agenda“ meint, nämlich eine Auflistung von (Tages-)Ordnungspunkten für ein Meeting, eine Konferenz oder eben eine geplante Zeitperiode. Soweit so gut und richtig. Im Ursprung haben wir hier jedoch pures Latein vor uns – eine Form (genauer: ein Gerundivum) vom Verbum „agere“, das heißt „tun“. Die wörtliche Übersetzung (als Mehrzahl) der grammatikalischen Form lautet: „die Dinge, die getan werden müssen“ - eben – die „Agenda“ für das Meeting oder die nächsten politischen Jahre! Und by the way: Noch mehr Mehrzahl geht nicht, das heißt, es gibt keine Agenden ;)

Commitment oder „neudeutsch“ und „bürodinglisch“ gar „sich committen“:
Scheinbar ganz englisch, ist dies doch auch im Ursprung ein Verbum aus dem Lateinischen: „committere“ - mit eben ganz vielen verschiedenen Bedeutungen in der Überstezung, die alle mitschwingen, wenn man zum Beispiel ein committment abgibt: man „führt zusammen, beginnt etwas, lässt etwas dahin kommen, dass…, vertraut etwas an, übergibt etwas“ – insofern hat ein commitment ein umfassendere Bedeutung als der einfache englische Begriff , meist in der einfachen Bedeutung „Zusage“ verwendet - vermuten lässt.

Adminstrator:
Jeder kennt ihn zum Beispiel den „IT-Administrator“: Er beherrscht die Tiefen der IT in einem Unternehmen und kann in diesen Dingen ausführlich Hilfestellung geben, eben lateinisch „administrare“, dass heißt „behilflich sein, verrichten, verwalten“ – oder auch „lenken, leiten“ - eben wie ein „Minister“ – ein „Diener“ zum Beispiel auch ein „Staatsdiener“ – wie weit doch so ein Begriff reichen kann J

Respekt:
Zum Abschluß etwas Soziales, ein sozialer Begriff, der in vielen Situationen unter anderem im Büroalltag vielerorts angebracht ist. Auch hier erklärt uns der Ursprung die Bedeutung des Wortes: „re-spicere“ heißt , „zurück- schauen“ und eben „den oder etwas anderes „be-rück-sichtigen“ – und genau aus dieser Wortbedeutung heraus, ergibt sich dann die uns bekannte Bedeutung der „Achtung und Anerkennung von etwas oder jemand anderem“.

Nun denn, ich finde, Sprache ist spannend! Daher sei an dieser Stelle immer mal wieder davon erzählt .

Bis zur nächsten Wortgeschichte dann wieder nach ein paar kulinarischen Themen…..

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