Wenn es weihnachtet, kommt man um so manch Süßigkeit, die es zu dieser Zeit gibt, einfach nicht drumherum……so in Italien wie in Deutschland. Was den Deutschen ihr Christstollen, ist den Italienern ihr Panettone und Pandoro. Und so findet man sie dann in allen supermercati und panificii, die dolci natilizi, die Weihnachtssüßigkeiten aufgetürmt zu riesigen Pappschachtelbergen, in allen Formen und Variationen, so dass auch jeder auf seinen Geschmack kommt. Diese Festagskuchen sind vor und während der Weihnachtstage ganz und gar nicht wegzudenken von den italiensichen Tafelrunden.

Keine italienische Weihnacht ohne Panettone
Mir persönlich liegt ganz besonders das pandoro am Herzen, ist es doch mit einer kleinen, lustigen Prozedur vorab des Verzehrs verbunden: Vor dem Genuß muß ein pandoro nämlich mit Puderzucker bestreut werden - dazu öffnet man zunächst die Verpackung, gibt dann den beigefügten Puderzucker in den Beutel, verschließt ihn wieder und schleudert und schüttelt ihn dann ganz kräftig um sich herum, damit sich der Puderzucker auch ja gut über den ganzen Kuchen verteilt - Ergebnis ist dann ein Kuchen, der sowohl durch seinen weißen “Zuckerguß” sowie seinen verführerischen Duft nach Hefe unbedingt sofort gekostet werden will.
Gerne erinnere mich an so manch italienische Weihnachtsstunde, die ich mit eben jener Prozedur bei Pandoro und Spumante verbracht habe – so dass es auch jetzt noch ein zumindest kleiner pandoro zu Weihnachten eigentlich nicht fehlen darf!
Doch schauen wir uns die Leckereien doch mal etwas genauer an:
Heute ist der ursprünglich in Mailand beheimatete Panettone – ein Hefekuchen in Kuppelform – in ganz Italien verbreitet. Um ihn herzustellen braucht man Mehl, viel Hefe, Butter, Zucker, Rosinen sowie kandierte Orangen- und Zitronenstücke. Doch wie kommt er zu seinem Namen der Panettone? Wörtlich übersetzte handelt es sich um ein „Riesenbrot“ (von „pane“ „Brot“), jedoch die Mailänder streiten um den Namen und beanspruchen den Ursprung für sich. Ihrer Erzählungen nach geht das Gebäck auf einen Mailänder Bäckerlehrling namens Antonio Cova in der Zeit um 1820 zurück. Dieser sei verliebt gewesen und habe den Panettone für seine Angebetete erdacht. Bald schon wollte jeder in Mailand dieses Pane di Antonio. Daraus wurde später dann der Panettone. Wie bereits erwähnt, findet man den beliebten Kuchen in allen Regionen Italiens, wobei natürlich jede widerum ihre eigene regionalspezifische Zubereitung hat. Generell gibt es den Hefekuchen mit oder eben auch ohne kandierte Früchte oder mit diversen Cremes gefüllt – wobei eine immer leckerer als die andere ist: Nougatcreme, crema di cioccolato, crema di cafe oder crema zabaglione….. Manch ein Kuchen ist auch mit Schokolade überzogen, wobei man auch hier die Wahl zwischen “ricoperto di cioccolato” (mit Vollmilchschokolde überzogen) oder eben ricoperto di fondente (mit Zartbitterschokolade) oder, oder, oder……das ist sicher für jeden etwas dabei. Um in unseren Breitengraden eine entsprechende Auswahl zu finden, muß man schon einen etwas größeren italienischen Lebensmitel oder Feinkostladen aufsuchen.
Auch das Pandoro ist ein traditioneller italienischer Weihnachtskuchen, ähnlich dem Panettone, allerdings mit Ursprung in Verona. Dem Namen nach handelt es sich um ein „Pane d’Oro“, ein goldenes Brot, was sich von seiner gold-gelben Farbe (durch die Eier im Teig) ableiten lässt. Der Pandoro wird auch aus Hefeteig gebacken, allerdings pur ohne Rosinen oder kandierte Früchte. In seiner Form gleicht er dem Panettone bis auf die Zacken, die, wenn man das Pandoro horizontal aufschneidet, wunderbare Kuchenscheiben in Sternform bescheren – es weihnachtet eben
Gegessen werden die Weihnachtsbäckereien dann meist nach dem Menu als Nachtisch – also statt eines Dolce – serviert zum Beispiel mit einem süßen Dessertwein - einem Moscato - oder auch einem süßen Sekt - Asti Spumante.
Nun denn…..wie schon gesagt: wenn die ersten panettone und pandoro auf den Tischen erscheinenen, ist das ein eindeutiges Zeichen, dass es weihnachtet, in Italien!
Und nota bene:
Zu Ostern gibt es sie übrigens auch, diese Hefekuchen, jedoch in anderer Form, eben getarnt als „Colomba“, als „Oster-Taube“, doch mehr dazu dann zu ihrer Zeit
Jetzt erst einmal weiterhin frohe Weihnachtszeit……
Hi Niki,
habe gerade mit Freude deinen Pannetone-Artikel beim Familientreffen vorgelesen–> vor Allem weil meine Mutter gerade allen Anwesenden diverse Sorten zur Auswahl dargeboten hat: von Bavarese, Limonce, Meringata,Sinfonia di Sapori, Cointreau,
Pane e Cioccolata und Pandoro (ach und Profiterol habe ich beinah vergessen, weil er zur Hälte schon zu Hause aufgegessen ist). Kann also zum Thema 1000 Sorten nur zustimmen !!!
Comment von Cordi — 12. Dezember 2009 @ 19:35