10. November 2009

Zeit des weißen Goldes

Kategorie: Kulinarisches, Rezepte — nlohe @ 21:37

Alba ist ein kleines Städtchen in Norditalien, genauer im Piemont – und ein großes Paradies für Feinschmecker, insbesondere in den Herbstmonaten.

Alba gilt als die Heimat des weltberühmten tartufo bianco, des weißen Trüffel, einer großartigen pilzähnlichen Knolle, die ihrer schwarzen Schwester, dem tartufo nero - auch als Sommer- und Wintertrüffel bekannt - in Geruch und auch im der Intensität des Geschmacks weit überlegen ist.

Jetzt, in den Monaten Oktober bis Dezember öffnet das Paradies seine Pforten:

Tartufo bianco

Tartufo bianco

Es ist Trüffel-Saison und es zieht jetzt ein angenehmer, schwer zu definierender Duft von….

Knoblauch, Parmesan und Nuß über die Landschaft des piemontesischen Alba.

In aller Herrgottsfrühe entsteht ein geschäfties Treiben. Mit Hunden ziehen sie aus, auf der Suche nach diesem „weißen Gold“, dem Spitznamen für diese edle weiße Knolle. das im Piemont und eben zwischen den Wurzeln von Waldbäumen, wie Eichen und Pappeln, insbesondere in der hügligen Gegend um Alba wächst. Es ist schwierig zu finden, und eine zuverlässige, künstliche Anbaumethode ist nicht gefunden, sämliche Versuche schlugen bisher fehl. Mutter Natur bleibt in Sachen Trüffel unbestechlich. Auch die einheimischen Trüffelsucher kennen die Orte, an denen die Edelknolle wächst nicht mit Sicherheit, auch sie benötigen Unterstützung. Mit speziell abgerichteten Mischlingshunden, die auf den von der Knolle ausströmenden Geruch reagieren und so die 20-30 cm unter der Erde wachsenden Schätze ausfindig machen, schwärmen sie ganz früh am Morgen aus. Jeweilige Fundorte bleiben dann ein schwer gehütetes Geheimnis. Das Tagesergebnis sind dann unansehnliche, knorrige, missgestaltete, erdige Klumpen – ja mit seinem Äußeen macht der tartufo nicht wirklich furore - , die die Feinschmecker der ganzen Welt jedoch in Verzückung geraten lassen, auch trotz eines phänomenalen Kilopreises von inzwischen in Deutschland mehreren Tausend Euro. Es gibt nur einen kleinen Trost: Für eine leckere Nudelmahlzeit genügen schon 10 bis maximal 15 Gramm der Trüffelknolle.

Und wie ißt man einen solchen Trüffel. Er wird nicht gekocht sondern ganz fein über die Speisen geraspelt – ein ganz einfaches, aber sehr schmackhaftes Trüffelrezept sind zum Besipiel die „Linguine al tartufo bianco“:

Zutaten

  • 300 g frische Tagliolini
  • etwas Butter
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 10 – 15 g weißer Trüffel

Man koche die frischen Tagliolini (Bandnudeln aus dem Piemont) in Salzwasser und gebe sie auf einen Servierteller, gebe die Butter und etwas frischen schwarzen Pfefferhinzu, so dass sie auf den warmen Nudeln schmilzt, vermenge das Ganze und reibe die Trüffelknolle mittels einer Trüffelreibe hauchdünn über die gebutterten Nudeln, fertig und ein Gedicht!

P.S: wer die Knolle noch einige Tage aufbewahren möchte, verpacke sie am besten in einem kleinen Kästchen mit trockenem Reis. Das hält das Aroma.

Mehr zu Thema Trüffel bei wikipedia

Und auch was den dazugehörigen Wein anbelangt, so kann man getrost im Piemont und dem Weinanbaugebiet um Alba – einer Unterprovinz von Cuneo - bleiben, sind doch dort einige weltberühmte Trauben und Weine beheimatet: Barbaresco und Barolo, ebenso wie die Nebbiolo-Traube sowie Dolcetto oder Barbera. Dies nur als kleiner Ausflug in die herrliche Vielfalt der Weine……

Doch davon gerne ein anderes Mal, nun erst einmal guten Appetit, wer sich an das weiße Gold wagt….

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