14. September 2009

Ein florales Antipasto

Kategorie: Rezepte — nlohe @ 20:17

Noch immer zehre ich von den wunderbaren Eindrücken des letzten Rombesuchs, bin ich dort doch mit der Fotokamera durch die Stadt gezogen: von Denkmal zu Denkmal und Markt zu Markt. Dabei leuchte es mir in allen Farben entgegen: in Lila und Hellviolett, allen erdenklichen Rottönen und Grünschattierungen sowie auch in leuchtendem Gelb. Und hier denke ich an ein bestimmtes Gemüse oder besser einen Teil davon, ja eigentlich gemeint ist nicht wirklich das Gemüse, sondern vielmehr die Blüte, aus der es entsteht - und ich wollte diesmal ja wieder etwas Kulinarisches weitergeben - in diesem Falle etwas eher unbekannt Kulinarisches. In sattem Gelb strahlen sie einem entgegen auf allen Märkten, meist in Büscheln zu einem Strauß zusammengebunden: Die Zucchiniblüten.

3 fiori di zucca

Doch bevor ich zu einem kleinen feinen Rezeptvorschlag komme, seien vorab wikipedia und das Lebensmittellexikon bemüht für etwas Hintergrundinformation zu Blüte und Frucht:

Die Zucchini sind eine Unterart des Gartenkürbisses und gehören zur Pflanzengattung der Kürbisse.

Sie stammen aus Europa, wo die ursprünglichen Formen am Ende des 17. Jahrhunderts auftraten. Vermarketet wurden sie zuerst in Italien. Ursprünglich wurden die Zucchini durch Züchtung aus dem Gartenkürbis entwickelt, was sich auch im Namen wiederspiegelt: Im Italienischen ist die „zucchina“ die Verkleinerungsformen von zucca „Kürbis“, was dann eben „kleiner Kürbis“ bedeutet.

Fortpflanzungs- und entwicklungstechnisch haben diese Gewächse praktischerweise sowohl die männlichen als auch die weiblichen Blüten an einer Pflanze: Zur Fruchtbildung benötigen sie daher nicht unbedingt andere Zucchinipflanzen in der Nähe.

Zucchini gibt es vielen Farben und Formen: gelb, creme-grün, dunkelgrün oder auch gestreift. Bei uns kennen wir die längliche Form, es gibt sie aber auch rund.

Die Aussaat erfolgt in April und Mai. Erntezeit ist von Juni bis Oktober.

Zucchiniblüten sind entsprechend den botanischen Naturgesetzen hiesiger Lande vorrangig im Sommer und frühen Herbst zu kaufen. Und es sind hauptsächlich die weiblichen Blüten, die für die Küche verwendet werden. Weibliche Blüten sitzen auf der Babyfrucht, sind größer als die männlichen Blüten und daher besser zum Beispiel zum Füllen geeignet.

Womit wir bei einem Rezeptvorschlag angelangt werden. In Italien gibt es Zucchiniblüten verarbeitet in Pasta-Rezepten, aber eben auch solo gefüllt mit Mozzarella und Anchovis und in Backteig ausgebacken für ein leckeres Antipasto - eccolo:

Fiori di  zucca ripieni
Gefüllte Zucchiniblüten

  • 10-12 Zucchiniblüten
  • 1 Mozzarella
  • 10-12 eingelegte Sardellenfilets
  • 1 l Pflanzenöl zum Frittieren
  • Für den Teig: 100g Mehl / 1 Eigelb / 5 EL Weißwein / 2 EL Olivenöl / Salz / 150 ml Wasser, / Eischnee von 1 Eiweiß

Für den Teig die Zutaten ohne das Eiweiß vermengen. Das Eiweiß zu Eischnee schlagen und unter den Teig heben. Mozzarella in 1 cm dicke Stifte schneiden und je einen Stift mit einem Sardellenfilet in die Zucchini-Blüte – vorher den Blütenkelch entfernen und die Blüte vorsichtig ausspülen - geben, mit einem Zahnstocher schließen. Das Öl in einem Topf stark erhitzen, die gefüllten Blüten in den Teig tauchen, in das Öl geben und goldgelb frittieren.

Nun denn, das liest sich appetitanregend, oder? Einen Versuch ist es wert. Die Blüten findet man entweder in sehr gut sortierten Gemüseläden oder man kann sie dort bestellen.

Guten Appetit und bis auf weiteres…..

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