16. Juni 2009

Schönheit & Melancholie: Claude Debussy im Mecklenburgischen

Kategorie: Antike, Musik, Reise — nlohe @ 21:50

Neulich habe ich schöne Stunden auf einem Gutshof in Mecklenburg Vorpommern verbracht. Herrlich das Haus, ja herrschaftlich-stattlich, und dabei freundschaftlich, freundlich und verbindlich durch seine netten Hausherren. Sehr empfehlenswert ist dieses „Gutshaus Linstow“ als Ziel für einen erholsamen Wochenendtrip oder für einen kleinen Abstecher bei einer Radtour auf dem Kopenhagener Radweg oder als Ort für eine besondere Feier-Angelegenheit.

Gutshaus Linstow

Gutshaus Linstow

Wunderschön sind da die ganz liebevoll und natürlich gestalteten Zimmer und Wohnungen in dieser so friedlich erholsamen Umgebung. Auch an ein tolles Sommerabendmenu denke ich gerne zurück

mit den großen, ganz frischen Forellen – in Kräuteröl aus dem Backofen – mit den Kartoffeln in Olivenöl und Meersalz und dem feinen Salat, so ganz unkompliziert bereitet……zum Beispiel nach folgenden Rezept:

Trotta dal forno

Zutaten

    • 2 große, fangfrische Forellen
    • frische Kräuter: Petersilie, Thymian, Salbei, Basilikum, Rosmarin
    • 200g Cocktailtomaten
    • 4-5 Knoblauchzehen
    • Salz & Pfeffer
    • 150 Olivenöl & Saft einer  Zitrone (oder 1 kleines Glas Weißwein)

Die Fische säubern, mit Zitrone säuern und rundherum inklusive Bauch salzen und pfeffern, den Bauch mit Knoblauch und den frischen Kräutern reichlich füllen, etwas Rosmarin und Thymian für die Soße übrig lassen. Fische in einen Bräter geben, die Cocktailtomaten halbiert hinzufügen, Olivenöl-Zitronen-Gemisch zugeben sowie noch 2 Knoblauchzehen und die restlichen Kräuter und für 30 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 170 Grad Umluft garen. Mit frischem Weißbrot servieren.

Nun denn, vielleicht hab ich ja Appetit gemacht auf diese schöne Ziel oder eine leckere Fischmahlzeit ….

Doch, warum erzähle ich davon? Kam doch dort die Erinnerung an ein schönes Musikstück auf: ….Ganz in der Nähe des Gutshauses ist ein kleiner See, umgeben von knorrigen großen Eichenbäumen – dem Eichhuder Forst – und eben ganz viel Schilf und Gras und Natur – das Foto möge einen kleinen Eindruck geben

See im Naturschutzgebiet Eichhuder Forst

See im Naturschutzgebiet Eichhuder Forst

……dort spazierte ich mit Freunden und unterhielt mich über Musik. Die Umgebung erinnerte mich dabei sofort an ein schönes Stück für Solo-Querflöte …….

Doch zuvor sei die Geschichte erzählt, die an hinter dem Musikstück steht und eben an diesem Fleck Erde daran erinnern ließ –  eine Verwandlungsgeschichte aus Ovids Metamorphosen:

„In Arkadien lebte einst eine Nymphe mit dem Namen Syrinx. Sie war bezaubernd schön und begehrt. Als eines Tages der Gott Pan die Nymphe erblickte, verliebte er sich sofort in sie und warb heftig um sie. Syrinx aber verschmähte seine Zuneigung und flüchtete. Auf der Flucht kam sie an den Fluss Ladon, der so tief war, dass sie nicht entkommen konnte. Daraufhin flehte sie die Schutzgöttin Artemis an, sie in ein Schilfrohr zu verwandeln. Artemis tat ihr den Gefallen, genau als Pan sie erreichte, und er hielt statt Syrinx nur ein Schilfrohr in den Händen. Als nun der Wind in das Rohr blies kamen klagende Töne hervor. Pan wollte die Klänge nicht verlieren, also brach er aus dem Schilfrohr sieben Teile, eines immer etwas kürzer als das vorherige, und band sie zusammen. Um trotzdem mit ihr vereint zu sein, schnitt er das Schilfrohr in unterschiedlich lange Teile und band sie zusammen. Auf diese Weise entstand die Hirtenflöte, oder Panflöte, die er Syrinx, nach der verwandelten Nymphe nannte.“

Das hohe Schilf am Linstower See rief mir dazu genau das Stück von Claude Debussy “Syrinx“ ins Gedächtnis – hier eine Version gespielt von dem berühmten französischen Flötisten Jean-Pierre Rampal:

Auch bei der Schönheit der umgebenden Landschaft kann man sich bei der Musik nicht der Melancholie des Gottes Pan entziehen, der so gerne seine Geliebte Nymphe in den Arm schließen möchte, oder?

Weiteres zu Kücke & Kultur wird folgen…..

2 Kommentare »

  1. Hi Nicola,

    so freie und friedliche Natur erinnert mich stark an meine Kindheit und weckt die Lust auf einen Besuch mehr. Allein die Bilder lassen schon zum Träumen verleiten :o)

    Ich hoffe noch mehr solche tollen Beiträge zu lesen und find es klasse, dass Du Dich dieser Aufgabe angenommen hast. Und eins sei Dir versprochen, Deine Rezepte werde ich immer den berühmten Rezeptsammlungen im Netz vorziehen (Durfte mich ja schon öfter vom Genuss überzeugen)!

    Viele Grüße und bis bald
    Steffi

    Comment von Steffi — 20. Juni 2009 @ 23:25

  2. Hallo liebe Steffi,
    danke für die netten Worte……Linstow ist wirklich einen Besuch wert. Und falls es Dich wieder in Berliner Lande führt, bist Du herzlich zum Kochen & Essen eingeladen.
    Grüße
    Nicola

    Comment von nlohe — 21. Juni 2009 @ 11:42

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