10. Juni 2009

Asparagus – Delikatesse mit Geschichte

Kategorie: Antike, Rezepte — nlohe @ 21:12

Gerade habe ich mal wieder gekocht und das fertige Gericht hat mich dann motiviert, Euch das Rezept mitzuteilen…..

Den Zutaten nach kann es gut und gerne als italienisches Rezept durchgehen, es ist jedoch eine Eigenkreation - allerdings mit italienischer Seele :). Einer Freundin, der an dieser Stellen mal ein ehrlicher Stern für ihre Kochkunst ausgesprochen sei, habe ich die Grundidee zu verdanken, die sich jetzt mit ein bisschen Abwandlung zu einem „Insalata di aspargi con penne“ – eben einen italienischen Spargel-Salat mit Penne entwickelt hat.

Für den Appetit hier erst das Ergebnis dann das Rezept ;)

Insalata di asparagi e penne

im Folgenden findet Ihr die Anleitung und noch so manches zum Thema “asparagus”

Zutaten für 2-3 Portionen

  • 1 Bund grüner Spargel (500g)
  • 200 g Penne rigate
  • 150 g eingelegte Tomaten
  • 4-5 Esslöffel Crema di Balsamico
  • Olivenöl
  • Salz & Pfeffer
  • Parmesan

Zubereitung: Den grünen Spargel in 3-4 cm lange Stücke schneiden, Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Spargelstücken mit Salz und Pfeffer gewürzt ca. 10-15 Minuten unter gelegentlichem Rühren al dente braten (er kann dabei auch leicht anbraten). In der Zwischenzeit die Nudeln in Salzwasser al dente kochen. Zu dem Spargel dann die eingelegten Tomaten in Stücke geschnitten dazugeben und mitbraten, nach weiten 5 Minuten die Crema di Balsamico und die gekochten Federnudeln zugeben alles umrühren, mit Parmesan nach Geschmack bestreuen und servieren. Sehr lecker…..

So, und während der Leser nun überlegt das Rezept vielleicht einmal auszuprobieren, seien noch ein paar Worte mit Recherche bei wikipedia und weiteren Quellen rund um das Thema „Asparagus“ weitergegeben:

Das Wort Spargel kommt ursprünglich aus dem Griechischen „asp(h)áragos, das heißt „junger Trieb“ oder wie es nach Plinius erläutert werden kann; “der fette Keim einer Pflanze, bevor sich die Blätter entwickeln” . Der Spargel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lilliengewächse. Rund 100 Spargelarten sind bekannt. In Europa heißt die gebräuchlichste Kulturart “Asparagus officinalis”. Jedes Jahr im Frühjahr treiben aus den Knospen des ausdauernden Wurzelstockes wieder junge Pflanzentriebe, die als Spargelstangen mit ca 20 cm in der Erntezeit von Mitte April bis zum 24. Juni, dem Johannitag, gestochen werden. 


Der Ursprung des Spargels datiert sich auf vor ca. 4500 Jahren in Vorderasien, von wo aus dann die Verbereitung des Gewächses nach West-, Mitteleuropa und Nordafrika erfolgte.

In unseren europäischen Breitengraden lassen sich die Spuren des Spargels wie folgt nachverfolgen: Bereits in der Antike taucht der Spargel an verschiedenen Stellen auf - medizinisch, literarisch, kulinarisch und künstlerisch:

  • Medizin: Der griechische Arzt Hippokrates (460-370 v.Chr.) empfahl den Verzehr des grünen Gewächses als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten.
  • Literatur: Cato (234-149 v. Chr.) informierte in seiner Schrift „de agricultura“ (Über den Ackerbau) ausführlich über die Anbautechniken von Spargel. Cato gab in seinem Buch erstmals eine Anleitung, wie das Gemüse im Garten angebaut werden kann. Jungpflanzenanzucht und Aussaatzeitpunkt waren darin ebenso Themen wie die Dauer der Ernte, Erntemethoden, Düngung, Unkrautbekämpfung und der Zeitpunkt für die Entfernung des trockenen Spargelkrautes. Und aus der Naturkunde „Naturalis Historia“ von Plinius dem älteren (1 Jh. N.ChrJ erfahren wir, dass die Antike offenbar hauptsächlich grünen Spargel kannte, da es offenbar keine Abdecktechniken gab.
  • Küche: Der römische Koch und Buchautor des ersten römischen Kochbuchs „de coquinaria“ Apicius überlieferte uns drei Rezepte, die den Spargel verwendeten.
  • Kunst: Wandmalereien in der Ausgrabungsstadt Pompeji aus dem Jahre 10 v. Chr. belegen die Existenz des Spargels und geben Aufschluss über die römischen Essgewohnheiten: neben Meerestieren Spargel –schon damals wie heute noch im Bund - gezeigt. 

Wandmalerei Pompeji mit Spargel

Und wer mal bei google unter dem Schlagwort “Stilleben mit Spargel” recherchiert, erlebt, wieviele neuzeitliche Maler der Spargel zu einem Bild inspiriert hat. 

Und by the way: Damals hielt man den Spargel, der bei den Römern der Venus geweiht war, für ein Aphrodisiakum. ;)

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Spargel dann als Gemüse entdeckt und im 16. Jh in weiten Teilen Europas angebaut, so auch in Deutschland. 

Frischer Spargel gilt auch heute noch als besonders delikates Gemüse und hat seinen Preis. Der Hauptgrund für den relativ hohen Preis, liegt im aufwendigen, pflege- und arbeitsintensiven und daher relativ teuren Anbau begründet. Spargel wird auch heute noch überwiegend von Hand und unter Kreuzschmerzen geerntet.

Weißer Spargel - grüner Spargel? Im Internet-Lebensmittellexikon heißt es, dass bis zur Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts nur grüner Spargel bekannt war. Grüner Spargel ist der oberirdisch wachsende Spross der Spargelpflanze. Er wird dem Sonnenlicht ausgesetzt, so dass sich in der Sprosse Chlorophyll bilden kann, so dass der Spargel grün wird. Weißer Spargel hingegen wird mit einer Sandschicht bedeckt und dann aus der Erde heraus “gestochen”, bevor er den Erdwall durchbricht und Tageslicht sieht. Spargel hingegen, der nur kurz dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, bildet einen violettem bis grün-violetten Kopf.


So, na wer hat inzwischen Lust auf ein Spargelgericht…….. dann wünsche ich allen weiterhin eine gute Spargelzeit bis zum 24. Juni und wie immer: Bis bald mit neuen Ideen…….


P.S. Über das Thema Spargel in der Antike möchte ich Interessierten den Artikel „Der Spargel wächst “ aus ANTIKE WELT3/07 von Sabine Faust und Stefanie Hoss nahelegen

 

 

 

 

 

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